Welo, oder doch Wollo?

Was verbirgt sich wohl hinter diesen beiden Worten? Es handelt sich hierbei um eine neue Fundstelle von fantastischen Edelopalen in Äthiopien. Der Ort Welo (oder auch Wollo) liegt im unteren Awash-Tal im Nordosten Äthiopiens in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Dschibuti. Doch was hat das mit mir zu tun. Ganz einfach! Die Münchener Mineralientage vom 30.10. bis 01.11.2009 waren für mich in vielerlei Hinsicht ein voller Erfolg! Auf der einen Seite hatte ich zum ersten Mal einen eigenen Stand, auf der anderen Seite konnte ich das eine oder andere gute Stück für meine Sammlung erwerben. Wie gut, das konnte ich anfangs aber nicht annähernd erahnen! Auffällig war in diesem Jahr die große Anzahl von Anbietern äthiopischer Edelopale. Auch die Qualität der angebotenen Ware konnte sich durchwegs sehen lassen. Es handelte sich um Opale einer erst vor zwei Jahren entdeckten Fundstelle bei der Ortschaft Welo. Bei einem meiner Streifzüge durch die vier Messehallen fiel mir an einem Stand eine recht ansprechende Opalnuss aus Äthiopien auf. Der Stein war anscheinend wasserklar und hatte, zumindest auf den ersten Blick, alle Farben von blau bis rot zu bieten. Auf- grund meiner Käufe in den letzten Jahren war ich allerdings bei dem Begutachten äthiopischer Opale etwas vorsichtiger geworden. Zum einen sind die Opale, was das Schleifen und Polieren betrifft, sehr empfindlich. Bei so manchem guten Stück zeigten sich nach dem Polieren trotz größter Vorsicht unschöne Risse. Zum anderen hatte ich schon oft erlebt, dass sich das im Randbereich der Opalnuss vorhandene Farbspiel im Inneren gänzlich verlor. Die Opalnuss, die ich nun begutachtete war auch nur im Randbereich angebrochen. Dennoch wollte ich mein Glück versuchen und erwarb den Stein. Drei Wochen später bereitete ich eine Ausstellung in der ART-Galerie in Garmisch-Partenkirchen vor. Neben alpinen Gesteinen wollte ich auch den einen oder anderen Opal präsentieren. Ich entschloss mich daher, den besagten Opal zu bearbeiten. Nachdem die groben Vorarbeiten mit dem 220er Schleifrad erledigt waren, war die Farbe immer noch viel versprechend! Vorsichtig arbeitete ich mit den Körnungen 240, 600 und 1500 weiter. Und was soll ich sagen – der Stein wurde immer besser! Vorsichtig ging ich zum vorletzten Schritt, dem Feinschliff auf dem 3000er Schleifrad. Ich achtete peinlichst genau darauf, dass die Wasserzufuhr immer reichlich war und der Stein nicht unnötig erhitzt wurde. Auch dieser Arbeitsschritt wurde zu meiner vollsten Zufriedenheit beendet. Nun kam die letzte und schwierigste Hürde. Würde mein Stein auch die entstehende Hitze beim Polieren überstehen? Er tat es, und wie!Noch nie hatte ich einen derartigen Opal in meinen eigenen Händen gehalten. Ein tolles Gefühl! Man kann in den Stein regelrecht hineinsehen, so klar ist er. Er zeigt das ganze Farbspektrum von blau bis rot, und das ganze in einem linienförmig aufgebauten Muster. Auch mit wenig Licht zeigt er eineausgezeichnete Brillanz.

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