Jaspis aus dem Navistal




Eines meiner ersten Mineralien-Bücherwar „Die Mineralien Tirols“ von Rein- hard Exel. Genauestens las ich sämtliche Fundortangaben und war fasziniert, was es doch ganz in der Nähe alles zu finden gäbe. Unter anderem hieß es in dem Buch: „Navisbach – Im Geschiebe des Navisbaches ist schon lange das Vorkommen von Jaspis roter und schwarzerFarbe mit „Braunstein“ bekannt.“ Ein weiteres Mal wurde ich durch einen Artikel in der Zeitung LAPIS auf diese Fundstelle aufmerksam. Ein Leser beschrieb dabei seine Funde und wie es dazu kam. Nun war der Entschluss endgültig gefasst – auf ins Navistal! Bis zu meinem ersten Besuch in Navis verging dann aber doch noch einige Zeit. Im Jahre 2003 war ich schließlich mit meinem Sohn Lukas und dessen Freund in Teis. Wir waren dort auf der Suche nach den „Teiser Kugeln“,bei welchen es sich um Achate und Geoden mit vielerlei Mineralien handelt. Auf der Heimfahrt kam mir der Navisbach in den Sinn. Kurzentschlossen bogen wir bei der Orts- einfahrt Matrei nach rechts in das Navistal ab. Petrus meinte es allerdings nicht besonders gut mit uns. Es schüttete wie aus Eimern. Auch war eine Stelle, wo man nahe an den Navisbachherankam nicht leicht auszumachen. Daher traten wir schließlich doch die Heimfahrt an. Ein Jahr später, diesmal war ich mit Lukas beim Mineraliensuchen im Schmirn- tal, machten wir erneut auf der Rückfahrt noch einen Abstecher ins Navistal. Diesmal allerdings bei strahlendem Sonnenschein. In Navis angekommen park- ten wir unser Auto beim Sportplatz und standen somit direkt am Navisbach. Nach ein paar Metern entdeckten wir schon die ersten auberginefarbenen Ge- steinsbrocken im Bachbett. Diese waren schnell geborgen und im Auto verstaut. Anschließend setzten wir unsere Heimfahrt fort. Allerdings war klar, hier müs- sen wir bald wieder her! Unsere ersten zwei Jaspis-Brocken aus dem Navistal Es dauerte schließlich auch gar nicht solange. Genau zwölf Tage später, am 22. August 2004 zog es meinen Arbeitskollegen Sigi mit seiner Frau, meinen Sohn Lukas und mich wiederum zuerst nachTeis. Auf dem Rückweg, inzwischen kann man schon fast von einer Tradition reden, bogen wir ins Navistal ab. Ge- parkt wurde wieder beim Sportplatz und schon ging die Suche los. Nachdem wir viele schöne Gesteinsbrocken, unter anderem natürlich auch Jaspis, gefunden hatten, wurde ich auf eine Art Sandbank auf der anderen Bachseite aufmerksam. Dort schaute der Teil eines Jaspis-Brockens aus dem Sand heraus. Er war aber irgendwie anders gefärbt. Schnell wurde der Bach über mehrere Steine springend überquert und der Stein ausgegraben. Was für eine Überraschung. Ganz anders als die bisherigen Funde hatte dieser Stein eine richtige Bänderung in den Farben rot, schwarz und weiß! Und zudem ein Gewicht von 20 Kilogramm! Der Fund des Tages: gebänderter Jaspis, 33 cm breit und 20 kg schwer! Schnell wurde der Brocken grob gesäubert und mit wackeligen Knieen über den Bach befördert. Bestens gelaunt wurde dieser letzte aber mit Abstand beste Fund des Tages im Kofferraum verstaut und schließlich die Heimfahrt angetreten. So nun lag das schöne Stück also im heimischen Garten, aber was nun. Er war zwar schön anzuschauen aber irgendwie war ich damit dennoch unzufrieden. Es musste also eine Möglichkeit gefunden werden, den Stein zu sägen. In heimi- schen Gefilden kam ich mit meinem Vorhaben aber nicht weit. Der einzig mir bekannte Besitzer einer derartigen Steinsäge schlug bei dem Wort „Jaspis“ die Hände über dem Kopf zusammen und bedauerte schon imVoraus sein armes Sägeblatt. Aufgrund der Größe des Steines verlangte er für einen Schnitt 50 Euro. Dies schien mir nicht im Verhältnis zum Aufwand und ich startete einen weiteren Versuch. Ich erinnerte mich an die Website der Münchener Mineralienfreunde und an den Umstand, dass dieser Verein eine Schleifergruppe hat. Dort wurde ich auch fün- dig. Ich schickte dem Vorsitzenden der Schleifergruppe, Herrn Heinrich Zeitvo- gel eine E-Mail mit meinem Anliegen und „legte“ dieser E-Mail ein Foto meines Steins bei. Schon bald erhielt ich einepositive Antwort und ein Kompliment zu meinem Fund. Ich entschloss mich schließlich, Mitglied der Münchener Mineralienfreunde zu werden und nahm im Februar 2004 zum ersten Mal aneinem Gruppenabend teil. Dazu brachte ich meinen Jaspis aus dem Navisbach mit nach München und übergab ihn Herrn Zeitvogel zum Sägen. Mitte April erhielt ich schließlich einen Anruf von Herrn Zeitvogel. Er sagte mir,er habe gerade meinen Stein ge- schnitten und es war nicht zu überhören, wie begeistert er war. Am 19. April 2005 konnte ich mich schließlich selbst davon überzeugen. Nach einem Vortrag über seltene Edelsteine Ceylons gingen wir zu Heinrichs Auto und er übergab mir meinen inzwischen in vier Teile zerlegten Jaspis (siehe unten)! Ich war erst einmal sprachlos. Ich hattezwar schon viele schöne Steine (vor allem bei anderen Sammlern) gesehen, aber diese Farben und dieses Muster waren unbeschreiblich! Die „Lieferung“ bestand aus zwei Scheiben mit jeweils 12 mm Stärke sowie den zwei dickeren Endstücken. Eine der Scheiben schenkte ich Heinrich Zeitvogel. Die zweite Scheibe werde ich schleifen und polieren. Angriff nehmen. Abschließend noch ein paar Bilder mit Fotos vom Navisbach und darin befindlichen Jaspisbrocken mit teilweise riesigen Ausmaßen.

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